Bei Erziehungsfragen haben sich Eltern
schon immer Rat geholt. So waren etwa im 18. Jahrhundert in ganz Europa die Empfehlungen des Philosophen Jean Jacques Rousseau ein riesen Hit (auf seine eigenen fünf Kinder hat dieser Experte seine Empfehlungen aber nicht angewendet – er hat sie vielmehr gleich nach der Geburt in ein Findelheim gebracht). Im 20. Jahrhundert haben sich Eltern und Pädagogen meist an der Psychologie und ihren Theorien orientiert. Da verschiedene psychologische „Schulen“ verschiedene Theorien hatten, waren die Empfehlungen oft sehr widersprüchlich.
Das Buch „Kinder verstehen“ verfolgt einen anderen Ansatz. Es nähert sich dem Thema Erziehung, indem es versucht, die Entwicklung der Kinder aus Sicht der menschlichen Entwicklungsgeschichte zu verstehen. Das Buch geht nicht von psychologischen Theorien aus, sondern fragt danach, wie sich die Verhaltensweisen der Kinder durch die Evolution entwickelt haben.
Dabei zeigt sich, dass viele der Verhaltensweisen, die Kinder rund um die Erde an den Tag legen, dem Kind im Laufe der Evolution geholfen haben, besser mit seiner Umwelt zurechtzukommen. Sie haben sein Leben abgesichert und dafür gesorgt, dass es sich erfolgreich entwickeln konnte. „Kinder verstehen“ zeigt, dass das auch heute noch gilt – und zwar auch für solche Verhaltensweisen, die die Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung bringen (wie etwa die Trotzanfälle, die „schlechte Esserei“ oder die Probleme mit dem Einschlafen...).
Häufig gestellte Fragen zum Thema Entwicklung aus evolutionärer Sicht...
Außerdem finden Sie eine Übersicht interessanter Links. Hier sind Webseiten rund um das Thema Verhaltensbiologie des Kindes aus evolutionärer Sicht versammelt.
Auf einer weiteren Seite stelle ich ihnen Sieben Thesen vor, sie sollen einen Blick über den Tellerrand hinaus, mitten hinein in die Gesellschaft, anregen.
Seit Erscheinen des Buches sind einige interessante Artikel und Interviews erschienen, die Sie hier durchstöbern können.